2 Jahre Landleben – vom Stadtkind zum Dorfkind

Real freedom lies in wilderness, not in civilisation.

Charles Lindbergh

Fast zwei Jahre ist es nun her, seitdem ich gemeinsam mit meinem Mann und meinem Hund Benji unsere Koffer (es waren eher Kisten, sehr viele Kisten! 😉) gepackt habe und aufs Land gezogen bin.

Raus aus der Stadt, die mir schon immer ein bisschen zu laut, ein bisschen zu trubelig, ein bisschen zu eng und ein bisschen zu wenig grün gewesen ist. Rein ins Landleben, von dem wir als Stadtkinder bis dato wenig wussten, außer, dass es eben ein bisschen weniger laut, ein bisschen weniger trubelig, ein bisschen weniger eng und ein bisschen grüner sein würde.

Im Mai 2019 sind wir also mit Sack und Pack auf dem Land angekommen, mitten im Grünen in unserem kleinen (noch sehr renovierungsbedürftigen!) Häuschen. Und soll ich euch etwas sagen? Ich habe es von Beginn an geliebt, es war wie nach Hause kommen – ein Kindheitstraum der (endlich!) in Erfüllung gegangen ist.

In unserem Dorf anzukommen war wirklich leicht, wir haben sehr schnell viele liebe Dorfbewohner (und zu Benji’s Freude ihre Vierbeiner) kennengelernt, die uns allesamt sehr herzlich willkommen geheißen haben.
In der Stadt ist das Leben meist recht anonym (was selbstredend auch seine Vorteile haben kann), auf dem Land lebt die Gemeinschaft allerdings von einem persönlichen Miteinander, Offenheit und Freundlichkeit –
hier wird immer mit einem netten „Servus“ gegrüßt, genickt und gewunken. Gemeinschaft heißt hier auch Tradition und in Gemeinschaft feiern, besonders in Bayern auf dem Land. Sonnwendfeier? Maifeier? Da sind alle mit dabei.

Meine ersten Dorfkindmomente (Momente, die es nur auf dem Land gibt und man als Stadtkind daher eher nicht (so häufig) erlebt) auf dem Land waren sehr amüsant, ihr glaubt gar nicht wie sehr ich mich beispielsweise darüber gefreut habe, die ersten Feldhasen, Rehe und Füchse zu erspähen. Erzählt es niemandem weiter, aber es könnte sein, dass ich vor Freude im Dreieck gesprungen bin. (Benji fand das mit den Feldhasen, Rehen und Füchsen übrigens auch sehr spannend – da bin ich allerdings nicht vor Freude gesprungen, wenn ihr wisst, was ich meine.)

Nicht nur die Menschen und die Tiere auf dem Land haben es mir angetan, vielmehr war es die Umgebung, die Natur. Diese unendliche Weite (ohne Häuserfronten die die Aussicht versperren!) und das damit verbundene Gefühl von Freiheit, wunderschöne Sonnenaufgänge und -untergänge, Blumen und Blüten, die ich noch nie gesehen habe und Sternenhimmel, an denen so unendlich viele Sterne stehen, statt ein paar Flecken in der Dunkelheit.

Auf dem Land habe ich das erste Mal seit fast 10 Jahren wieder den Pinsel in die Hand genommen und angefangen zu malen, denn hier gibt es durch die Natur unfassbar viele Inspirationsquellen für mich. Dafür bin ich besonders dankbar, denn wer weiß, wie lange meine Malsachen sonst noch eingestaubt in einer Ecke liegen geblieben wären und ob es das Landmadl Atelier sonst heute überhaupt geben würde?

Das mit mir und dem Landleben, das war einfach Liebe auf den ersten Blick – egal ob als Stadkind oder als Dorfkind, hier bin ich Zuhause.

Allerliebste Herzensgrüße & fühl dich umarmt, deine Julia 🤍

© Bild von der lieben Nicole von Nicole Frank Photography